Offenbar für recht viele Menschen ein Problem. Sowohl als Eltern eines betroffenen Kindes, wie auch für deren Umwelt.Zugegeben, mittlerweile sind wir hier im Umkreis recht bekannt, am Anfang erlebten wir jedoch sehr, sehr seltsame Reaktionen unserer Mitmenschen.
Das ging von mehr oder weniger deutlich zu verstehenden Bemerkungen, wie: "Hast Du aber ein tolles Auto!" bis zu Aussagen wie: "Das ist aber obszön, nur der Bequemlichkeit wegen sein Kind in einen Rollstuhl statt in einen Kinderwagen zu stecken!" Wobei die Damen leider zu schnell im Gewühl verschwanden, ich hätte sie gerne gefragt, wo denn da die Bequemlichkeit ist!
Einen Joshua, der im Laden plötzlich, während man ihn schiebt in die Greifringe fasst um nach rechts zum Süßigkeiten-Regal abzubiegen, ist nicht wirklich spaßig. Erstens bricht, (er sich oder man ihm) in einer solchen Situation schnell mal eben die Knochen und das nicht nur wegen seiner Osteogenesis imperfecta.
Zweitens entwickelt er trotz Glasknochen eine enorme Kraft. Selbst wenn man ihn bloß festhält, traue ich ihm in einem Wutanfall durchaus zu, dass er sich die Arme bricht.Da hilft nur Rolli hochheben, so dass die Laufräder in der Luft sind und er nur noch auf den Vorderrädern steht, dann hat er keinen Antrieb mehr. Auf glatter Fläche kann man ihn auf diese Weise sogar noch wegbewegen.
Ein Kind in einem Kinderwagen kann bloß toben und schreien, aber auf keinen Fall abhauen, Joshua im Rolli schon!
Von einer Mutter (selbst OI) kam der Tipp, ihm in einer solchen Situation einfach die Laufräder abzubauen. Sein Rolli hat zwei Vorderräder und zwei Kippschutze, so dass er darauf sicher stehen kann, aber er kommt halt nicht weg.
Vielen Dank für diesen Tipp, wir werden sicher in die Situation kommen, dieses auszuprobieren. Unsere Umwelt wird wieder verständnislos reagieren, aber das sind wir ja schon gewohnt.
Was uns ziemlich erstaunt, ist der Umstand das wir immer wieder von Eltern behinderter Kinder in Joshuas Alter angesprochen werden, ob es unserer Meinung nach Sinn macht so junge Kids in den Rolli zu setzen (nicht nur mit OI).Unsere Meinung dazu ist: Sobald ein Kind, wenigstens halbwegs, frei sitzen kann und in der Lage ist sich so koordiniert zu bewegen, das es selbst wenigstens kurzzeitig den Rollstuhl antreiben kann, setzt es in den Rolli!
Wir haben den Eindruck (wie immer fehlt der eineiige Zwilling als Vergleichsgruppe) das sich Joshis Entwicklung durch die damit erlangte (selbstbestimmte) Mobilität erheblich beschleunigt hat.
Er sitzt im Rolli aufrechter als im Buggy oder der Rehakarre und ist viel näher am Geschehen.
Er kann auch selbst einmal etwas ansehen, indem er hin fährt oder wenigstens selbstbestimmt anhält.
Er kann seinen Weg selbst wählen (mit allen Problemen) und ist nicht immer auf die Hilfe anderer angewiesen.
Er hat Erfolgserlebnisse, wenn es da hinkommt wo er hin möchte. Und es gibt sicherlich noch viele weitere Gründe!
Wir denken dass Joshua durch diese eigene Beweglichkeit zum Einen körperlich deutlich aufgebaut hat. Zum anderen ist er offenbar selbstbewusster aber auch interessierter an seiner Umwelt geworden.
Wir werden auch immer wieder gefragt, warum vielleicht so wenig Eltern ihre kleinen Kids in den Rolli setzen. Unserer Meinung nach hat das verschiedene Gründe:
Es ist definitiv einfacher mit einem Kind im Buggy oder der Reha-Karre spazieren zu gehen. Joshua rollt hier hin, mal dahin, bleibt stehen, fährt zurück.... Dann will er wieder geschoben werden, mal will er ganz woanders hin.
Man ist definitiv schneller, wenn man im Kinderwagen / Rehakarre schiebt!
Außerdem fällt man nicht so auf!
Und genau dass scheint immer wieder, gerade bei den ganz Kleinen ein Grund zu sein.
Gerade bei unseren zum Teil winzigen OI-lern fällt das nicht auf, wenn ein 6 Jähriger nach im Buggy sitzt, das tun auch gesunde, (körperlich) größere Kinder noch manchmal.
Wer sein Kind in den Rolli setzt, zeigt Jedem, das er ein behindertes Kind hat.
So, wie es einer Bekannten gesagt wurde, als sie mit ihrem Sohn im Rolli in den Zoo ging: "So, und jetzt weiß jeder dass Du ein behindertes Kind hast!"
Man erntet mitleidige Blicke, blöde oder dumme Kommentare......
Außerdem muss man, vor allem auch sich selbst eingestehen, das sein Kind nicht wie andere Kinder ist. Man gesteht sich selbst ein, dass sein eigenes Kind nicht doch vielleicht, irgendwann, möglicherweise,...mal läuft, oder es wenigstens jetzt nicht tut.
Und dieses anzunehmen, und dann auch noch für alle Welt sichtbar, ist nicht leicht, das kostet Überwindung.
Wir haben den Eindruck (wie immer fehlt der eineiige Zwilling als Vergleichsgruppe) das sich Joshis Entwicklung durch die damit erlangte (selbstbestimmte) Mobilität erheblich beschleunigt hat.
Er sitzt im Rolli aufrechter als im Buggy oder der Rehakarre und ist viel näher am Geschehen.
Er kann auch selbst einmal etwas ansehen, indem er hin fährt oder wenigstens selbstbestimmt anhält.
Er kann seinen Weg selbst wählen (mit allen Problemen) und ist nicht immer auf die Hilfe anderer angewiesen.
Er hat Erfolgserlebnisse, wenn es da hinkommt wo er hin möchte. Und es gibt sicherlich noch viele weitere Gründe!
Wir denken dass Joshua durch diese eigene Beweglichkeit zum Einen körperlich deutlich aufgebaut hat. Zum anderen ist er offenbar selbstbewusster aber auch interessierter an seiner Umwelt geworden.
Wir werden auch immer wieder gefragt, warum vielleicht so wenig Eltern ihre kleinen Kids in den Rolli setzen. Unserer Meinung nach hat das verschiedene Gründe:
Es ist definitiv einfacher mit einem Kind im Buggy oder der Reha-Karre spazieren zu gehen. Joshua rollt hier hin, mal dahin, bleibt stehen, fährt zurück.... Dann will er wieder geschoben werden, mal will er ganz woanders hin.
Man ist definitiv schneller, wenn man im Kinderwagen / Rehakarre schiebt!
Außerdem fällt man nicht so auf!Und genau dass scheint immer wieder, gerade bei den ganz Kleinen ein Grund zu sein.
Gerade bei unseren zum Teil winzigen OI-lern fällt das nicht auf, wenn ein 6 Jähriger nach im Buggy sitzt, das tun auch gesunde, (körperlich) größere Kinder noch manchmal.
Wer sein Kind in den Rolli setzt, zeigt Jedem, das er ein behindertes Kind hat.
So, wie es einer Bekannten gesagt wurde, als sie mit ihrem Sohn im Rolli in den Zoo ging: "So, und jetzt weiß jeder dass Du ein behindertes Kind hast!"
Man erntet mitleidige Blicke, blöde oder dumme Kommentare......
Außerdem muss man, vor allem auch sich selbst eingestehen, das sein Kind nicht wie andere Kinder ist. Man gesteht sich selbst ein, dass sein eigenes Kind nicht doch vielleicht, irgendwann, möglicherweise,...mal läuft, oder es wenigstens jetzt nicht tut.
Und dieses anzunehmen, und dann auch noch für alle Welt sichtbar, ist nicht leicht, das kostet Überwindung.
Aber das allerwichtigste ist, dass das Kind mit dem Rollstuhl in der Lage ist, seinen eigenen Weg zu bestimmen und auch einmal selbst irgendwo hin kann und nicht für alles auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Das ist unserer Meinung nach, ein Beitrag für eine Erziehung zu einem selbstständigen und selbstbestimmten Leben!
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