Das APS-C Format
Sensoren diesen Formats werden meist in DSLRs eingebaut und werden manchmal auch als Halbformat-Sensoren bezeichnet. Wie schon beim analogen APS-Format beschrieben, ist das digitale APS-Format, trotz gleichen Namens kleiner als sein analoger Namensvetter.
Die Sensordiagonale liegt bei etwa 27mm, welches einem Cropfaktor von 1,6 entspricht.
Sensoren dieses "Typs" haben gegenüber dem "Vollformat", vor allem für die Kamera- und Objektivhersteller, mehrere entscheidende Vorteile:
- Sie sind preiswerter herzustellen. Die Kosten für die Sensor-Herstellung steigen mit Zunahme der Sensorengröße erheblich an.
- Da das Format des Sensors kleiner ist als der analoge KB-Film, fallen die in Bezug auf die Abbildungsleistung, besonders kritischen Randbereiche des Bildkreises weg, sofern an einer solchen Kamera KB-Objektive verwendet werden.
Kurzer Exkurs zu den Objektiven, weil es gerade passt! Genauer behandeln wir dieses Thema bei den Objektiven und ihren möglichen Abbildungsfehlern.
Die Randzonen des Bildkreises sind besonders mit Abbildungsfehlern behaftet. Das sind z.B. Helligkeitsverlust zu den Bildecken hin, bis zur Vignettierung. Du kennst sicherlich Bilder bei denen die Ecken schwarz sind, z.B. weil die Gegenlichtblende zu klein war und mit in das Bild kam, das ist eine Form der Vignettierung.
Außerdem zeigen viele Objektive einem Schärfeverlust zu den Bildrändern hin. Durch den, zur "Ausleuchtung" des kleineren Sensors benötigten kleineren Bildkreis, fallen genau diese kritischen Bereiche des Bildkreises aus dem "Rahmen" und landen deshalb irgendwo, optisch unschädilch, auf der Kameraplatine.
Falls Du also ein Kamerasystem verwendest, welches auch "analoge" Objektive aufnehmen kann, kannst Du möglicherweise an Deiner APS-C-Kamera noch jene Objektive verwenden, welche von ihrer Abbildungsleistung (in den Randbereichen) an einer analogen Kleinbild-, oder digitalen Vollformatkamera unbrauchbar wären. Diese Bildfehler liegen an kleineren Sensoren einfach außerhalb des Aufnahmebereichs.
- Werden Objektive ausschließlich für den kleineren Bildkreis von Kameras mit APS-C Sensor berechnet, lassen sich preiswertere Objektive herstellen.
- Neben dem geringeren Preis kann man zusätzlich mit der geringen Größe und dem kleinen Gewicht Werbung machen (Stichwort: Reiseobjektiv). Dieser Punkt ist sicherlich gerade für DSLRs nicht unerheblich, auch wenn es mittlerweile Kompakt- und Bridge-Kameras mit Wechselobjektiven gibt).
Aus diesem Grunde führte Nikon die DX-Objektive ein, bei Canon sind dieses die EF-S-Objektive, bei Tamron die Di II- Objektive, bei Sigma tragen sie den Zusatz DC und bei Pentax sind die smc-DA-Objektive für das kleine Sensorformat hergestellt. Um nur ein paar Hersteller zu nennen.
- Kleinere Bildkreise ermöglichen kleinere, leichtere und günstigere Objektive, ebenso wie die kleinere Sensoren,die Herstellung kleinerer, leichterer und billigerer Kameras ermöglichen. Gerade im Amateurbereich ein nicht unwichtiges Argument!
Gerade die sogenannten Reise-Objektive sind in den letzten Jahren, auf jeden Fall in der Werbung, aus den Foto-Zeitschriften nicht mehr weg zu denken. Objektive mit 10- oder 15-facher Vergrößerung sind keine Seltenheit mehr, sondern Alltag. Nicht alle, aber viele von Ihnen sind nicht für Vollformat/analoge Kameras geeignet.
Und mancher Tele-Fotografen freut sich ein 300mm-Objektiv kaufen und beim Blick durch den Sucher das Gefühl haben, durch ein 500mm-Objektiv zu schauen (Crop-Faktor).
Das soll jetzt nicht heißen, das diese Objektive unbedingt schlecht sind! Auch wir haben nicht das Geld uns Profi-Equipment anzuschaffen. Doch bevor Du Dir so etwas kaufst, solltest Du folgendes überdenken:
- Die Entwicklung der Kameras ist rasend schnell, Semi-Profi-Kameras von gestern, werden heute schon in manchen Bereichen von guten Amateurgeräten eingeholt und morgen ggf überrundet.
- Für Objektive gilt dieses weit weniger! Diese haben zwar regelmäßig immer schnellere, kleinere Autofokus- oder Bildstabilisator-Systeme, klar, aber sonst tut sich an der eigentlichen Leistung weit weniger als bei den Kameras.
- Wenn Du schon eine Systemkamera eines renomierten Herstellers kaufst, wie wir dieses z.B. mit dem EOS-System getan haben, so kannst Du heute durchaus noch hochwertige KB-Objektive von (vor)gestern an einer digitalen EOS verwenden. auch wenn deren Autofokus ggf langsamer als jener der neuesten Geräte ist, diese Objektive keinen Bildstabilisator haben.....Jedoch kannst Du Objektive, welche für "Unterformat-Sensoren" hergestellt wurden, die Du Dir heute kaufst, ggf. (über)morgen, an einer Kamera mit Vollformat-Sensoren nicht mehr gebrauchen.
Abgesehen davon, dass mit schwachen Objektiven auch eine Profi-Kamera keine guten Bilder machen kann, erscheint es meiner Meinung nach sinnvoller, auf gute Objektive zu setzen und von Zeit zu Zeit die Kamera dem Stand der Technik anzupassen.
Vielleicht kommt schon bald eine völlig neue Technik auf den Markt, so dass es Vollformat-Kameras zu erschwinglichen Preisen gibt, oder es werden von Systemwechslern massenhaft Vollformat-Geräte verkauft, welche deshalb für Dich und für uns erschwinglich werden. Eine revolutionäre neue Objektivtechnik ist wohl eher nicht zu erwarten.
Unsere Vorgehensweise ist daher: lieber an der Kamera sparen (selbst die 400D hat, wenigstens im Moment, mehr Funktionen und Leistung, als ich brauche)! Statt eines teureren Kamerabody investieren wir lieber in das beste Objektiv, welches wir uns leisten können/ wollen, allerdings dann für analog/Voll-Format.
Mit dieser Einschätzung kann ich natürlich völlig falsch liegen, vielleicht stellt Canon im nächsten Jahr das EOS-System ein, weil eine völlig neue Entwicklung eingeführt wurde, ich persönlich glaube das jedoch nicht!
Und selbst wenn dieses so sein sollte, werden wir uns derartiges, hochmodernes Gerät erst ein paar Jahre später leisten können und uns bis dahin die Zeit mit billig verscherbeltem Profigerät vertreiben!
Als nächstes kommt hier das digitale Vollformat an die Reihe.



