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Start Kapitel Vier Zerstreuungskreise

Zerstreuungskreise

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Wie entstehen Zerstreuungskreise?

Was bestimmt ihre Größe und damit die Schärfentiefe?

Bildschärfe oder Schärfentiefe und ihre Entstehung zu erklären ist nicht ganz so einfach, weil hier immer mehrere optische Phänomene aufeinandertreffen, die sich teilweise verstärken (positiv wie negativ), teilweise aber auch ausschließen.

Wir können die Schärfentiefe nicht alleine betrachten; die allgemeine Bildschärfe kommt hier auch noch zum Zug. Ich werde versuchen, diese Phänomene einzeln zu erklären und hoffe, dass es mir gelingt das Ganze irgendwie verständlich zu machen. Du magst vielleicht sagen, dass dieses Dir hier zu weit geht, aber ich denke es ist wichtig! Schärfentiefe ist in diesem Handbuch, wie auch in vielen anderen Veröffentlichungen (ich sage das jetzt absichtlich mal so schwammig) eines der am meisten gebrauchten „Fachbegriffe“, so dass man meinen könnte, es gibt nichts Wichtigeres! Da ist es wichtig ist zu wissen was dahinter steht und wie ernst man das Ganze nehmen muss.

Beginnen wir mit der Blende und der durch sie verursachten Schärfentiefe.
Wie schon erwähnt kann nur eine Fokusebene scharf abgebildet werden!!! Das ist grundsätzlich richtig, jedoch wie eben erst festgestellt haben davon abhängig was „wirklich“ scharf dargestellt wird und was wir als scharf erkennen. Sehen wir uns die drei folgenden Grafiken an.
Wir betrachten hier zuerst mal ausschließlich das Licht, dass von einem Motiv extakt in der Schärfeebene ausgeht und das Objektiv NICHT in der unmittelbaren Nähe der Blende passiert! Also im Prinzip ein freigestelltes Motiv ohne Vorder- und Hintergrund!

Grafik: durch die weit geöffnete Blende passiert das Licht die Blende in steilem Winkel. Der Bereich der im Rahmen der "zulässigen" Zerstreuungskreise bleibt ist gering. Daraus resultiert eine kleine SchärfentiefeIst die Blende weit geöffnet, verlaufen die Lichtstrahlen, die von diesen Punkten ausgehen, sehr steil. Nur ein sehr schmaler Bereich der auf den Film treffenden Lichtstrahlen kann Zerstreuungskreise bilden, die im Sinne der oben vorgestellten Definition noch als scharf werden können.

 


Grafik: eine mittelmäßig stark geschlossene Blende, läßt die Lichtstrahlen in einem flacheren Winkel passieren. Der Bereich, in dem die Lichtstrahlen innerhalb der e3rlaubten Unschärfekreise liegen wird breiter, die Schärfentiefe wächst.Immer weiteres Schließen der Blende verengt den Winkel zwischen den Lichtstrahlen immer mehr, so dass der Bereich der zulässigen Unschärfekreise immer breiter wird. Für unseren Punkt, der genau im Fokus liegt, ist dies egal, er wird sowieso scharf abgebildet.

Doch was passiert mit einem Punkt der nicht genau im Fokus liegt?
Grafik: Eine stark verkleinerte Blende läßt alle Lichtstrahlen in einem sehr flachen Winkel durch. Sehr viele Lichtstrahlen bleiben im bereich der zulässigen Zerstreuungskreise, die Schärfentiefe ist maximal.Der Schnittpunkt der von ihm ausgehenden Lichtstrahlen liegt nicht exakt in der Filmebene sondern liegt davor oder dahinter.
Bei offener Blende überschreiten die entstehenden Unschärfekreise schnell die „erlaubte“ Größe, bei kleiner Blende jedoch landen auch noch Punkte, die eigentlich gar nicht so genau fokussiert wurden,  ebenfalls im „erlaubten“ Unschärfekreis. Klar, oder?



Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 28. September 2010 um 12:40 Uhr  

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