Obwohl die Drachen von China nach Korea kamen, hat es auch dort eigenständige Entwicklungen gegeben. Eine Geschichte aus dem 7. Jahrhundert berichtet vom General Gim Yu-Sin. Er hatte den Auftrag, eine Rebellion niederzuschlagen. Eines Nachts sahen seine Soldaten einen Stern vom Himmel fallen. Sie glaubten an ein schlechtes Omen und an die Vernichtung ihrer Königin. Um die Moral seiner Truppen zu stärken, konstruierte der General Gim Yu-Sin einen Drachen, mit dem er einen Feuerball gen Himmel steigen ließ. Seine Krieger  glaubten nun, der Stern sei wieder zum Himmel gestiegen -  und mit dem zurückgewonnenen Mut seiner Soldaten besiegte der General die Rebellen.

Die Koreaner bauen traditionell nur einen rechteckigen Kampfdrachentyp mit einem Loch in der Mitte. Baumaterial ist Bambus und Papier. Dieser Drachentyp ist besonders wendig und eignet sich darum ausgezeichnet für Drachenspiele aller Art. Diese Spiele gehen in Korea bis in das 7. Jahrhundert zurück. Es sind Wettbewerbe, die traditionell in den ersten beiden Wochen des neuen Mondjahres stattfinden. Zum Abschluss dieses Drachenfestes lässt man Drachen mit der Aufschrift "Mögen alle Sorgen des vergangenen Jahres mit diesem Drachen davonfliegen" steigen.

In Korea wurden mittelalterliche Schlachten mit Signaldrachen koordiniert, deren Zeichnung Befehle an die Truppen darstellten. Diese waren auch aus bewaldeten Stellungen gut zu sehen und erreichten schnell die verschiedenen Truppen und Einheiten.

Die Drachen sind vermutlich auf ihrer Reise von China nach Indonesien auch in Malaysia verbreitet worden. Anfangs werden es  Fischdrachen gewesen sein, die, aus Palmenblättern hergestellt, von den Küstenbewohnern geflogen wurden. Diese Drachen flog man in Indonesien und im pazifischen Raum. Man benutzte sie, mit einer Leine und einem Haken versehen, zum Fischfang. Seit dem 15. Jahrhundert werden in Malaysia Drachenwettkämpfe durchgeführt. Im Gegensatz zu den japanischen Wettkämpfen, bei denen das Durchtrennen der Leinen im Vordergrund steht, werden in Malaysia die Dekoration, Flugleistung und der höchste Flug bewertet.

Der in Europa verbreitete Eddy-Drachen hat im malaysischen Bogendrachen einen nahen Verwandten. Dieser Drachentyp wird seit vielen Jahrhunderten in Malaysia und im indonesischen Raum geflogen. Das Drachenfliegen findet hauptsächlich zur Zeit des Nordostmonsums auf den abgeernteten Reisfeldern statt. Heutzutage ist der Wau Bulan der populärste malaysische Drachen. Er wird vorwiegend in der nordöstlichen Provinz Kelantan produziert.

Das Drachenfliegen erfüllt auf Bali neben einer langen Tradition auch einen praktischen Zweck. Reisbauern fliegen große, raubvogelartige Drachen über ihren Feldern, um den Reis vor hungrigen Sperlingsschwärmen zu schützen. In den Gassen der Dörfer lassen Kinder zwischen Stromleitungen ihre Kampfdrachen steigen.

Das Bauen von Drachen auf Bali ist stark mit dem hinduistischen Glauben verbunden. Grundlage vieler Drachenmotive ist die Geschichte von Ramayana, in der es um Götter, Könige und eine entführte Prinzessin geht.

Seit über 700 Jahren wird das Fliegen von Drachen in Thailand als Sport betrieben. Die Könige der Sukhothai-Periode beschäftigten sich im Jahre 1358 so sehr mit dem Drachenfliegen, dass sie ihre Amtsgeschäfte vernachlässigten. Daraufhin wurde eine Verordnung erlassen, die das Steigenlassen von Drachen im Palast und seiner Umgebung verbot.

Aber nicht nur zu sportlichen Zwecken stiegen in Thailand die Drachen in die Himmel.
Schon im 17. Jahrhundert wurden beladene Drachen über Städten eingesetzt. König Petraja, benutzte Drachen als Träger von Bomben für militärische Operationen. Er ließ mit Schwarzpulver gefüllte Fässer an Drachen befestigen und ließ diese über den Festungen aufständischer Rebellen explodieren. Auf diese Weise wurden viele Verschwörer zur Kapitulation gezwungen.

König Rama 11. verbreitete zu Beginn des 19. Jahrhunderts das Drachenfliegen als Sport über das ganze Land. Jedes Jahr, wenn der Südwestmonsun weht, werden auch heute noch Drachenwettkämpfe vor dem königlichen Palast durchgeführt. Bei diesem Wettkampf versuchen mehrere männliche Kampfdrachen (Pakpao), die Leine eines großen fünfeckigen, weiblichen Drachens (Chula) zu durchtrennen. Das Fliegen dieser Kampfdrachen ist in Thailand auch zu einem Sport für Könige, Prinzen und Prinzessinnen geworden.

Eine weitere Tradition ist das Steigenlassen von Drachen mit Beginn der Nordost-Monsunzeit. Die Drachen sollen den aufkommenden Wind beschwören, die Regenwolken zu vertreiben, um bei sonnigem Wetter eine ertragreiche Ernte zu garantieren.

Da es keine verlässlichen Aussagen über die Erfindung des Drachens in Europa gibt, wird davon ausgegangen, dass er über europäische Seefahrer "importiert" wurde. Eine Theorie sagt dem Griechen Archytas (400 n.Chr.) die Erfindung einer hölzernen Taube nach.

Die Römer ließen zu besonderen Anlässen, wie militärischen Siegen oder Volksfesten bunt verzierte Windsäcke fliegen. Bereits zur Zeit des römischen Imperiums befestigten Soldaten diese drachenähnlichen, luftgefüllten Banner an Stäben, um ihre Feinde abzuschrecken.
Der Schritt vom luftgefüllten Banner zum fliegenden Drachen ist nicht weit. So zeigt die erste bekannte Illustration eines europäischen Drachens aus dem Jahre 1326 einen mit Flügeln ausgerüsteten Windsack. Bis zum 13. Jahrhundert blieben Drachen jedoch in Europa bedeutungslos.

Weiterlesen: Drachen im Westen

eolo tascheMeine Drachen stecken üblicherweise in ihrem Köcher (in dem man sie ja auch meist zu kaufen bekommt) und dann zu mehreren in einer Tasche von EOLO.

Diese ist zwar recht preisgünstig, die Qualität könnte besser sein, aber es reicht, zur Not haben wir ja eine Nähmaschine. Sie hat fünf Fächer für Drachen, in die zur Not auch schon mal zwei reinpassen und zwei Reißverschlusstaschen innen und außen.

Nachtrag 05.09.2014:

Seit mittlerweile 2011 ist auch diese Tasche nicht mehr bei mir in Nutzung. Meine Lenkdrachen sind entweder in Anjas Rolltasche untergekommen oder aber sie liegen lose zum Transport. Die Tasche musste auch mittlerweile zu oft repariert werden. Die Netzeinsätze reißen aus, die Nähte vom Reißverschlüss gingen kaputt.... nun nutzt Lutz sie weiter.

schnurtascheDa ich meine Schnüre und Schlaufen nicht einzelnen Drachen zugeordnet habe, hat Anja eine Windertasche aus einer alten Regenjacke genäht. 6 Netzfächer für Winder, Folienschwänze o.ä. In der Mitte mehrere Klettbänder zum befestigen von Griffschlaufen. Außen ist noch eine Tasche erhalten geblieben für Kleinkram. Verschließen lässt sich die Tasche mit den Druckknöpfen. Aus den abgeschnittenen Ärmeln haben wir Köcher für Vierleinergriffe gemacht, damit sich die Tampen nicht immer in irgendwelchen Schnüren verhaken.

Diese Tasche ist nun allerdings aus der Nutzung gegangen, da wir die Lenkschnüre in Anjas Rolltasche aufbewahren. 

zubehoertascheSozusagen unser "Erste Hilfe Koffer". Mittlerweile hat sich so viel Kleinkram angesammelt, der auch immer mitgeschleppt wird.

Ersatzteile wie Verbinder, Endkappen usw. Klebespinnacker und Kleber zur Reparatur, Werkzeug wie Spleißnadel, Cutter, Säge... Halt die Sachen, die man nur dann braucht, wenn man die Tasche zuhause vergessen hat. Oft fälschlich als Angeltasche bezeichnet :-) (von Lidl).

Außer dieser Zubehörtasche habe ich mittlerweile auch eine rote Kunststoff Werkzeugkiste in Nutzung, in der sich ein wenig Werkzeug und sperrigeres Reparatur/ Baumaterial, wie etwa Rollen mit Waageschnur, Rollenware Klettband... befinden. 

kistekiste1

kiste2

Für spezielle "Probleme" braucht man spezielle Lösungen.

rev-tascheUnsere selbst gemachte Tasche für unsere (vorläufig) beiden Revolution 1.2b. Da wir die beiden auch schon mal alleine mitnehmen haben sie ein eigenes zuhause.
Hergestellt aus Kleidertransportsäcken, die es vor Jahren mal bei Aldi im Angebot gab. Auf passende Länge gekürzt, innen mit eingenähten Klettbändern für die beiden aufgerollten Drachen und die Stabsätze für jeden Drachen.
Auf die Innenfläche der Taschen aufgesetzt jeweils zwei Taschen mit Klettverschluss zum verstauen der Winder. Griffe lassen sich dahinter verstauen, oder einfach in der Taschen.
Die Rev-Tasche hat sich recht gut bewährt, das Material ist luftdurchlässig, so dass die Rev nicht schimmeln, wenn sie doch mal was feucht geworden sind. Leider muss man beim Ablegen der Tasche aufpassen, den wasserdicht ist sie natürlich nicht.revtasche

Aus den gleichen Kleidersäcken, wie die Rev-Tasche  haben wir noch zwei weitere Taschen genäht.
Eine etwas längere, ierin befinden sich unsere Einleiner-Stabdrachen, in der anderen die Einzelteile für meine angefangene, aber bisher noch nicht befriedigend fertiggestellte Lidl-Bomberstaffel :-).
Nachteil dieser Taschen, wie auch schon bei der Rev-Tasche beschrieben: da es sich um ein netzartiges Gewebe handelt, sind diese schön luftdurchlässig, so das man sich keine großen Sorgen machen muss, wegen eventueller Feuchtigkeit an den Drachen, allerdings kommt genauso leicht Feuchtigkeit hinein. Beim Ablegen in der Wiese sollte man etwas aufpassen.

Weiterlesen: Drachensäcke

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