Indirekter Blitzeinsatz

Um eine weichere Ausleuchtung Deines Motivs zu erreichen, musst Du die Leuchtfläche vergrößern. Du musst von der kleinen, stark gerichteten Lichtaustrittsfläche Deines Blitzgerätes auf eine möglichst große, diffuse s Licht abstrahlende Leuchtfläche kommen.
Dieses kannst Du erreichen, indem Du Vorsätze für Deinen Blitz verwendest, wie etwa einen Bouncer (Joghurtbecher), einen Schirm, einen Refektor, eine Softbox.....

Grafik: Indirektes BlitzenEine weitere Möglichkeit ist das Spielen über "Bande", oder auch indirkete Einsatz des Blitzes.
Genau genommen ist es auch eine Art Reflektor, Du verwendest die möglichst weiße Decke des Raumes oder eine Seitenwand.
Dazu benötigst du einen abnehmbaren Blitz (mit Kabel oder drahtlos) oder zumindest einen schwenkbarer Blitzkopf. Sofern zuletzt genannter entsprechend schwenkbar ist (meist lassen sich externe Blitze zumindest auf und ab verstellen, so dass ein Einsatz gegen die Decke möglich ist), kannst Du auch diesen nutzen, die entfesselte Version ist aber natürlich flexibler.

Alle genannten  Möglichkeiten gehen zum Teil erheblich auf Kosten der Blitzleistung. Zum Beispiel vergrößerst  Du beim indirekten Blitzen über die Decke zum einen die Wegstrecke vom Blitzkopf zum Motiv, sowie auch die Streuung des abgegebenen Blitzlichtes unter Umständen erheblich!

Wer zu Hause ein kleines improvisiertes Studio einrichten will, kann für den Anfang versuchen eine möglicherweise bereits vorhandene Diaprojektionswand einzusetzen. Diese bekommt man allerdings auch schon mal auf Flohmärkten günstig angeboten.
Um diese Leinwand als Reflektor einzusetzen, wird sie seitlich der Kamera aufgestellt und durch das entsprechend seitlich ausgerichtete Blitzgerät angestrahlt. Dieses ergibt eine große "Blitzfläche" und damit diffuses Licht, dass Ganze meist auch noch mit hinnehmbarer Leistungsminderung bei großer Flexibilität.

Mit diesem Beitrag ende dieses Kapitel. Es geht weiter im Kapitel Neun (Kapitel Acht ist noch nicht fertig) mit den Tipps und Tricks, der erste befaßt sich mit dem Verreisen und den dabei immer häufiger zu passierenden Röntgenkontrollen.

Licht und seine Schattten(seiten)

Schatten und Kreuzschatten

ohne sie wäre die (Blitz-)Fotografie irgendwie uninteressant. Schatten können Bilder interessant machen, Tiefe darstellen, Atmosphäre vermitteln, aber sie können Bilder auch völlig zerstören.

Fast immer ist die Lichtquelle nicht unmittelbar beim Objektiv angeordnet, die einzigen Ausnahmen bilden wohl die Ringblitze, wie auch die Zangenblitze.
Der Blitz hat deshalb eine wenn auch nur geringfügig andere Blickrichtung als das Objektiv. Das ist nicht unbedingt viel, kann aber ausreichen um uns Probleme zu bereiten. Denn er beleuchtet nicht genau dass, was der Film bzw. der Sensor „sieht“.
Solange es sich um Objekte im Vordergrund handelt und die abgegebene Lichtmenge ausreicht, passiert meist überhaupt nichts. Diese Objekte werden ausgeleuchtet, jedoch entsteht unmittelbar dahinter ein Schatten.
Objekte im Hintergrund können im Schatten des Vordergrundes liegen, und da das Objektiv nicht an der Stelle des Blitzes ist, erscheinen sie unter Umständen auch auf der Bildfläche.

Schatten an sich wären ja eigentlich kein Problem, häufig genug sind es gerade fehlende Schatten, welche ein sonst technisch gutes Bild flach und langweilig wirken lassen. Das Problem entsteht da unser Blitzlicht nun einmal eine nahezu punktförmige Lichtquelle ist und isein Licht stark gerichtet abstrahlt. Deshalb treten die Schatten, welche es erzeugt,  stark konturiert hervor und haben auch noch einen hohem Kontrast. Dieser Erscheinung sollten wir deshalb überlegt und beherzt entgegentreten.
Zwei Möglichkeiten bieten sich an, wenn man davon absieht, den Blitz wie bei Makroblitzen ums Objektiv herum anzuordnen (Schatten werden auf diese Weise völlig verhindert).

Der erste Lösungsansatz fordert ganz einfach „der Hintergrund muss weg!“.

Die Realisierung dieser Forderung ist unter Umständen, sofern sie überhaupt umsetzbar ist,  eigentlich recht einfach: Du entfernst Dein Motiv einfach möglichst weit von der Wand oder dem Hintergrund auf dem sich der Schatten abbildet.
Sobald das Motiv aus mehreren Teilmotiven besteht welche einander überschneiden ist es allerdings weniger einfach, die verschiedenen Elemente können sich gegenseitig beschatten. Durch geschicktes Ausrichten deines Lichtes kannst Du jedoch die schlimmsten Schatten verhindern, meist aber nicht alle.
Die beiden folgenden Grafiken sollen das generelle Vorgehen am Beispiel eines Paarbildes, wie sie zum Beispiel bei Hochzeiten üblich sind, erläutern.

Die Schatten sind sichtbar -

vielleicht nicht immer, aber meistens dann, wenn man sie nicht brauchen kann.
Bevor es nun jemand falsch versteht: Das hier sollte jetzt nicht so verstanden werden, dass Schatten immer schlecht sind. Schatten, wenn sie richtig eingesetzt werden, geben dem Bild optisch eine dritte Dimension. Sie zeigen Tiefe, zeigen an, das ein Objekt vor dem anderen steht.  Das ein Teil näher an der Kamera ist., der andere weiter entfernt. In geeigneter Anordnung kann so Tiefe im Bild dargestellt werden, ohne das ein Gegenstand den anderen Verdecken muss.
Die vorne stehende Person wirft ihren schaten auf die dahinter stehendeDie Frau steht in dieser ersten Grafik vor dem Mann, aus Sicht des Fotografen leicht nach links versetzt. Wenn der Fotograf den Blitz gegenüber dem Objektiv aus seiner Sicht nach rechts anordnet, so wird der Schatten der Frau auf dem Mann sichtbar. (in der Grafik rot dargestellt) Natürlich ist das in dieser Grafik nun so konstruiert das es funktioniert, aber meist steht der Fotograf nun mal mit der Kamera frontal vor dem Motiv, also mittig.
Da direkt von vorne geblitzt (Kamerablitz oder externer Blitz auf  Blitzschuh der Kamera) rote Augen vorprogrammiert sind, nehmen viele Portrait- und Hochzeitsfotografen den externen Blitz vom Blitzschuh der Kamera. Dieser wird dann zum Beispiel seitlich auf eine Blitzschiene, montiert oder abgesetzt von der Kamera auf ein Stativ gesetzt (Stichwort entfesselt Blitzen) oder sie halten ihn seitlich der Kamera in der Hand. Und je nachdem wie weit seitlich der Blitz ist, wird der Schattenwurf der vorne stehenden Person größer oder kleiner.

Die Schatten sind nicht sichtbar
die Position des blitzes auf der anderen Seite der Kamera verhindert den schattenwurf auf der hinteren PersonWird der Blitz allerdings links vom Objektiv angeordnet, so wirft die Frau zwar immer noch ihren Schatten auf ihren Mann, dieser wird aber auf dem Film/Sensor bei geeigneter Positionierung der Kamera nicht sichtbar. Wir haben den beschatteten Hintergrund quasi hinter das Vordergrundmotiv geschoben.

Die in der oberen Grafik dargestellten Schatten sind natürlich meist nicht die tiefschwarzen Schatten wie unter einem großen Vordach oder hinter einer Mauer. Von irgendwoher wird meist noch Licht  in diesen Bereich hineinreflektiert.
Jedoch reicht dieser kleine Helligkeitsunterschied oft schon  aus um einen grauen Fleck auf das sonst perfekt belichtete weiße Braukleid zu werfen, bzw. den sonst perfekt belichteten schwarzen Anzug des Bräutigams an dieser Stelle „absaufen“ zu lassen.
Diesen Schattenwurf kann man natürlich auch durch geeignete Aufnahmeposition der Kamera ausgleichen. Frontal vor dem Motiv ist auch nicht immer die Musterlösung!
Es geht hier auch nur darum das Bewusstsein dafür zu schärfen, die Schatten im Bild zu beobachten und sofern nötig Gegenmaßnahmen einzuleiten, oder vielleicht besser ausgedrückt: auch die Schatten als Gestaltungselement mit im Bild zu komponieren.

Die zweite Lösung

verlangt nach nicht gerichtetem, diffusem Licht. Das generell harte Blitzlicht bekommst Du nur weicher, indem Du spezielle Aufsätze für Blitze benutzt (Diffuser, Softbox), oder den Blitz indirekt über eine weiße Wand oder Decke einsetzt.
Und genau damit geht es gleich weiter, dem indirekten Blitzen.

Spitzlichter 

Eine geringe Menge an direktem Licht kann zur Erzeugung von Spitzlichtern eingesetzt werden. Gerade bei Portraits wirken Spitzlichter in den Augen sehr natürlich, ein Fehlen erweckt schnell einen leblosen Eindruck. Aus diesem Grund haben schwenkbare Blitzgeräte oft einen zusätzlichen kleinen Blitz oder eine Streuscheibe für einen geringen Anteil von direktem Licht.

Wenn Du willst, kannst Du aber natürlich auch Dein eingebautes Blitzgerät für Direktlicht nutzen und ein zweites für indirektes, gestreutes, weiches Licht als Slaveblitz auslösen. (Slaveblitze sind Blitze, die z.B. über eine Fotozelle von anderen Blitzen drahtlos ausgelöst werden können. Dazu gibt es spezielle Blitze, oder Adapter, die diese Steuerung übernehmen, z.B. den Mecalux 11 für Metz Stabblitze.)
In diesem Falle solltest Du die Leistungseinstellung der beiden Blitze manuell vornehmen, ein externer Blitzlichtmesser oder diverse digitale Probeschüsse sind dabei recht hilfreich!

Weiterhin solltest Du beachten, dass sich der Blitz, welchen Du zur Erzeugung der Spitzlichter verwendest unter Umständen, je nach Winkel  zum Motiv, in den Augen desselben wiederspiegeln kann. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, jedoch wirkt ein kleines eckiges Spitzlicht in den Augen meist sehr unschön und unnatürlich .Wenn es also schon direkt sichtbar ist, so sollte es meiner Meinung nach schon rund sein und somit an die sonne erinnern, dieses wirkt natürlicher. Bei analogen Fotos, bzw. Ausdrucken, ist das meist nicht ganz so ein Problem, (Poster ggf. ausgenommen) da man, im Gegensatz zum Bild am Computer nicht reinzoomen kann.....
Rund bekommst Du den Reflex zum Beispiel durch Verwendung einer Softbox oder eines runden Reflekturs zur Erzeugung des Spitzlichtes. Ganz verschwindet die Abbildung des Blitzes, oder der Lichtquelle, indem Du sie seitlich vom Motiv ausrichtest.
Das ist, so als ob Du einen Spiegel fotografieren willst. Stehst Du direkt davor, bist Du im Bild, bewegst Du Dich immer weiter zur Seite, fällst Du irgendwann aus dem Rahmen. Auch hier hilft eine gewisse Kenntnis im Billard - Einfallwinkel ist gleich Ausfallwinkel.
Doch wo Licht ist, ist meistens auch Schatten und mit diesem wollen wir uns im nächsten Abschnitt beschäftigen.

Entfesseltes Blitzen

Der Begriff "entfesseltes Blitzen" bezeichnet den Betrieb eines Blitzgerätes, welches nicht am Blitzschuh der Kamera montiert ist, sondern mittels Kabel oder drahtloser Auslösung von der Kamera getrennt verwendet wird. So lässt sich die Blitzlichtrichtung unabhängig vom Kamerastandort festlegen. Möglichkeiten des Einsatzes entfesselter Blitzgeräte sind:
    • Gezielter Einsatzen der Lichtrichtung zur Bildgestaltung,
    • indirektes Blitzen,
    • partielles Anblitzen bestimmter Motivpartien,
    • Verhinderung der beliebten roten Augen,
    • Schattenunterdrückung.

Das klassische entfesselte Blitzen benötigt meist Kabel. Je nach verwendetem System bleibt der volle Funktionsumfang der Blitzgeräte und der Kamera erhalten. Üblicherweise wird im Blitzschuh ein Adapter eingeschoben, der oft auch direkt die Möglichkeit zum Anschluss mehrerer Blitze anbietet.

Viele Hersteller bieten auch eine drahtlose Steuerung von Blitzgeräten an. Eigentlich eine feine Sache, jedoch muss man hier genau Hinsehen.  Oftmals gibt es hier, gerade bei Systemen von Drittanbietern größere Einschränkungen im Funktionsumfang. Es kann sein, dass nur bestimmte, meist recht lange Synchronisationszeiten verwendet werden dürfen... Hier kann man bitter enttäuscht werden. Deshalb solltest Du unbedingt genau darauf achten welche Funktionen unterstützt werden und welche nicht. Hier läßt sich unter Umständen mit Systemenen von Drittanbietern viel Geld sparen, etwa wenn Du ohnehin ausschließlich die Blitze manuell einstellen willst. Möglicherweise hättest Du aber dann doch lieber etwas mehr Komfort und kauft dann ggf zweimal. Aber dass kannst nur Du entscheiden.
Beachte, dass die angegebenen Brennweiten zur Reflektorstellung nur gelten, wenn der Blitz an der Kamera montiert ist - beim entfesselten Blitzen sind sie bloß ein Hinweis auf den Ausleuchtwinkel, es ist an Dir, den Blitzreflektor so einzustellen dass das Motiv so wie gewünscht ausgeleuchtet wird.

Ich möchte hier auch noch nicht auf das Arbeiten mit entfesselten Blitzen eingehen, hier soll eigentlich nur kurz der Begriff erklärt werden und dann noch ganz kurz das Zubehör genannt werden. 

Alle namhaften Kamerahersteller bieten für Ihre Kamerasysteme Möglichkeiten zum entfesselten Blitzen an. Das bedingt aber meist, dass man nicht nur einen recht teuren Systemblitz der gleichen Marke, sondern auch noch eine recht teure Fernsteuerung dieses Herstellers kaufen muss. Eines darf dabei allerdings nicht verschwiegen werden, sofern man sich die richtigen Blitze und die richtige Fernsteuerung gekauft hat, hat man meist den vollen Funktionsumfang des Kamera-/Blitzsystems auch entfesselt zur Verfügung.
Ob und für welche Kamerasysteme es Geräte von anderen Herstellern gibt, die einen vollen Funktionsumfang bieten, kann ich nicht sagen. Dazu gibt es zu viele verschiedene Systeme und Entwicklungen. Abgesehen davon hat mich diese Art des entfesselten Blitzens auch bisher noch nicht wirklich interessiert. Wenn man in verschiedenen Foren im Internet nach dem Thema sucht, scheint das alles nicht so ganz einfach zu sein, wie uns gerade die Hersteller solcher Geräte glauben machen wollen.
Was mich aber interessiert hat, ist die Funkfernsteuerung des Blitzes ohne Übertragung irgendwelcher Einstellungen. Seit David Hobby mit seinem Strobist-Blog einen Run auf diese Geräte ausgelöst hat, findet man diese, wie auch die Lampenstative und weiteres Zubehör ohne Ende im Internet, meistens auch beim gleichen Anbieter.
Die bekannteste und teuerste Version sind wohl die Pocket Wizards, denen schon fast eine Armee von billig(st) China/HongKong Geräten entgegen steht.


Nachdem ich viel im Internet über diese Geräte gelesen habe, habe ich mich entschlossen mal so ein Gerät zu testen. Ich habe mir den Cactus V4 Trigger bei Gadget Infinity bestellt und bin damit recht zufrieden. Das man mit einem Gerät für etwa 30€ nicht das gleiche an Stabilität und Zuverlässigkeit wie von einem 250€ Gerät erwarten kann, war mir von Anfang an klar.
Doch mittlerweile, nach ein paar Versuchen, mit dem Gerät bin ich durchaus positiv überrascht. Ich werde mir wohl dieses Jahr noch einen zweiten Satz bestellen, weil ich festgestellt habe, dass ich gerne drei bis vier Blitze einsetzen können möchte. Dann kann ich auf jeden Fall feststellen, ob diese Geräte wirklich so gut sind, oder ob meine Geräte ein Produktionsfehler (positiver Art) sind.
Ein ausführlicher Erfahrungsbericht ist in Arbeit und wird nachgeliefert.

Weiter geht es mit den sogenannten Spitzlichtern.

Aufhellblitzen

ist ein geeignetes Hilfsmittel im dunklen Fotoalltag. 
„Ist das Bild falsch belichtet?“
„Wieso, der Hintergrund ist doch in Ordnung.“
„Ja, der Hintergrund schon,  aber was ist mit der Person im Vordergrund?“
„Das Gesicht ist doch im Schatten, da ging das nicht anders.“
„Aber warum hast Du denn nicht mit Spotmessung auf das Gesicht gemessen?“
„Schon, aber dann hätte man das Auto im Hintergrund nicht mehr gesehen und darum ging es eigentlich, das ist Jürgens neues Auto!“
„Hääää?“
„Das wäre dann völlig überbelichtet, der Himmel ausgefressen. Das geht anders nicht, der Kontrast ist einfach zu hoch.“

Und genau in solchen Situationen kann Aufhellblitzen Licht in das Dunkel bringen. Ein Aufhellblitz ist eigentlich das Gleiche wie ein Blitz bei Langzeitsynchronisation. Verschlusszeit und Blende bestimmen den Hintergrund, der Vordergrund wird mittels Blitzlicht gestaltet.
Wird der Hintergrund um zirka 1 LW unterbelichtet, trennt er sich gut vom eigentlichen Motiv im Vordergrund. In Folge der leichten Unterbelichtung zeigt der Hintergrund dann meist auch noch sattere Farben, das Bild zeigt in den meisten Fällen eine stärkere Wirkung.

Wie stellt man Aufhellblitzen ein?

Moderne Kameras haben dafür meist eine Automatik - oft sind Langzeitsynchronisation und Aufhellblitzen identisch.
Man kann sich aber auch selbst helfen. Dabei nutzen wir aus, dass moderne Kameras meist zwei Messsysteme haben, eines für das Umgebungslicht und eines für Blitzlicht. Du stellst deine Kamera auf manuelle Nachführungsmessung ein, aktiviert ggf den Blitz und wählst eine Belichtung für den Hintergrund. Verwende dazu, wie eben beschrieben eine Unterbelichtung von 1LW. Löst Du mit dieser Einstellung an der Kamera aus, so wird der Hintergrund durch die manuellen Einstellung unterbelichtet, im Vordergrund wird Blitzlicht eingefüllt, bis das eigentliche Motiv richtig belichtet ist. Aus diesem Grund wird Aufhellblitzen auch als "Fill in flash" bezeichnet. Je nach Wahl der Belichtung für den Hintergrund kann die Stimmung stark variiert werden.
Als Alternative zum Aufhellblitzen, welches den Nachteil des „harten“ Lichts hat, besteht die Möglichkeit zum Aufhellen des Motivs mittels Reflektoren. Dazu kannst Du weiße Styroporplatten, Karton, Leintuch, eine Projektionswand oder Alufolie/ Rettungsdecke verwenden - Deinem Einfallsreichtum sind hier fast keine Grenzen gesetzt. Der Einsatz farbiger Flächen färbt, wenigstens zum Teil, das reflektierte Licht ein. Bei goldener Rettungsdecke tut das der Gesichtsfarbe der portraitierten Person unter Umständen gut, bei der Reflektion des Lichtes über eine grüne Wand meist weniger.
Das Ausrichten von Blitz oder Reflektoren erfordert jedoch aufmerksames Beobachten des Lichts auf Deinem Motiv, deshalb ist es eine gute Schulung für den Umgang mit Licht.  

Der nächste Abschnitt befaßt sich mit dem Fernsteuern von Blitzgeräten

Synchronisation auf den zweiten Verschlussvorhang

Betrachtest Du Bilder, auf dem z.B. Sportereignisse in dunkler Umgebung mit Blitz aufgenommen wurden genauer, stellst Du fest, dass bei vielen dieser Bilder die "Wischer" dem Motiv vorauseilen, die Bewegung scheint rückwärts zu verlaufen. Das liegt daran, dass der Blitz bei den meisten Kameras unmittelbar nach dem vollständigen Öffnen des ersten Vorhanges ausgelöst wird. Das scharfe Kernbild entsteht durch den Blitz zu Beginn der Belichtung, die unscharfen Wischer durch das Umgebungslicht während des weiteren Ablaufs der verbleibenden Belichtungszeit. Dadurch scheinen sie dem scharfen Kernbild vorauszueilen.
 
Synchronisation auf den zweiten Verschlussvorhang kann den Effekt der scheinbaren Rückwärtsbewegung verhindern. Der Blitz wird  unmittelbar vor dem Schließen des zweiten Verschlussvorhangs, am Ende der Belichtungszeit ausgelöst. Das scharfe Kernbild erscheint jetzt an der Spitze der Bewegungswischer.

Erfolgt die Synchronisation auf den zweiten Vorhang, unterstützen die Wischer die Bewegungsrichtung.

Nachteil: bei längeren Zeiten und schnellen Bewegungen kann nicht genau eingeschätzt werden, wo das bewegte Motiv zum Zeitpunkt der Blitzauslösung sein wird. Das stört beim Fotografieren von Menschen, wenn Du eine bestimmte Mimik/Gestik einfangen willst, das ist wie fotografieren mit Selbstauslöser. Ebenfalls stört dieses bei der Komposition des Bildes, wenn Du nicxht genau weißt, wo Deine Hauptperson sich im Bild befindet.
Diese Art des Blitzeinsatzes ist besonders dann sinnvoll, wenn Information über die Motivbewegung wichtig ist.

Eine andere Methode, ist die Langzeitsynchronisation: Als Ausgangspunkt für Versuche mit Langzeitsynchronisation gelten Zeiten von 1/15s bis 1/8s. Hier sollte sich oft eine stimmige Mischung von unscharfer Bewegung und statischem aber scharfem Kernbild ergeben, auch kann der Hintergrund noch erträglich gestaltet werden.

Tierfotografie liefert einen völlig anderen Grund für die Synchronisation auf den zweiten Vorhang. Wählt Du die Langzeitsynchronisation, um eine gute Darstellung des Hintergrundes zu erreichen, reagieren Insekten, da eine sehr kurze Reaktionszeit haben, bereits auf den Blitz zu Beginn der Belichtung. Während der nachfolgenden Belichtungszeit von 1/15s sind sie bereits auf der Flucht, das Bild zeigt Bewegungswischer. Bei Synchronisation auf den zweiten Vorhang, bleibt das Tier sitzen bis das Bild im Kasten ist und verschwindet erst dann.

Weiter geht es mit dem Aufhellblitzen.

 

Arbeiten mit Blitzlicht

Zunächst wollen wir anhand eines Beispiels sehen, welche Möglichkeiten der Belichtung sich bieten.
Für ein kurzes Beispiel soll ein Raum mit Kunstlicht (Glühlampen) erhellt sein. Unser Motiv befinde sich 2 Meter vor der Kamera. Wir ermittelt 1/15 Sekunde bei Blende 4, dies entspricht LW 8 bei 100 ASA.

Wir haben drei Möglichkeiten zur Belichtung, jede wird ein Foto unterschiedlicher Stimmung ergeben.

  1. Wir nutzen das vorhandene Licht indem wir die ermittelte Zeit- / Blendenkombination verwenden. Auf dem Bild wird der ganze Raum von vorne bis hinten gleichmäßig erleuchtet erscheinen. Der Grundfarbton in der Aufnahme ist wegen der Glühlampenbeleuchtung rötlich, die lange Verschlusszeit (Stativ) lässt Bewegungen unscharf erscheinen. Wegen der stark geöffneten (kleinen) Blende wird auch der Hintergrund unscharf dargestellt.

  2. Wir nutzen in der dargestellten Situation das Blitzlicht mit dem wir hier voll hinein blitzen. Wir stellen die kürzeste Synchronzeit ein mit Blende 5,6. Die Blitzleistung wird auf das Motiv in zwei Metern Entfernung abgestimmt, dies entspricht etwa LZ 11 (Blende 5,6 mal 2 Meter = 11,2).
    Bei diesen Einstellungen hat das Umgebungslicht hat keine Chance mehr, er erfährt eine Unterbelichtung von 5 LW.
    Das Bild wird folgendes zeigen: Unser Motiv in zwei Metern Entfernung ist richtig belichtet, Objekte in halbe Entfernung (1m) sind um zwei LW überbelichtet, in doppelter Entfernung (4m) um zwei LW unterbelichtet. Schon in 6 Metern ist nichts mehr zu erkennen, denn der Raum verliert sich völlig im Dunkeln, da sich das umgebungslich bei der kurzen Belichtungszeit nicht mehr auf Film/Sensor auswirken kann. Durch die kleine Abbrenndauer des Blitzes wird jede noch so schnelle Bewegung (wenigstens im Vordergrund) knackig scharf abgebildet.

  3. Wir nutzen eine Kombination aus den beiden vorher vorgestellten Möglichkeiten. Anstelle der ermittelten Blende 4 wählen wir 5,6, die Verschlusszeit lassen wir bei 1/15 Sekunde. Dadurch erhalten wir eine Unterbelichtung von 1 LW, der Film/Sensor erhält aus Verschlusszeit und Blende nur die halbe!!! benötigte Lichtmenge. Die andere, noch fehlende Hälfte fügen wir mittels Blitz hinzu. Dazu wählen wir auch am Blitz eine Minuskorrektur von 1 LW, dies entspricht LZ 8. Damit erhält das Motiv in der Distanz von 2 Metern vom Blitz genau die halbe für eine korrekte Belichtung notwendige Lichtmenge.

 

Was zeigt jetzt das Bild?
Das Motiv in 2 Metern Entfernung ist richtig belichtet, das "Tageslicht" des Blitzes sorgt für eine einigermaßen natürliche Wiedergabe der Farben, aufgrund der kurzen Abbrenndauer wird das Motiv, sofern es sich nicht schnell bewegt, scharf erscheinen. Falls es sich bewegt hat, wird dem scharfen Kernbild ein leicht unscharfes Bild überlagert sein, welches Bewegung andeutet. Im Hintergrund wird der Raum erkennbar sein, stimmungsvoll leicht dunkler als das Hauptmotiv, wahrscheinlich mit der rötlichen Grundfarbe der Glühlampenbeleuchtung.
Diese Art zu belichten nennt man Langzeitsynchronisation. Wir erkennen an diesem Beispiel, dass wir durch Mischung von vorhandenem Licht und Blitzlicht die Wirkung des Bildes stark beeinflussen können. Die verschiedenen Parameter möchte ich nochmals kurz zusammenfassen.

Die Verschlusszeit steuert nur den Einfluss des Umgebungslichts, da der Blitz selbst kürzer ist.
o Längere Verschlusszeit: Vom Blitz nicht erreichter Hintergrund wird heller abgebildet.
o Kürzere Verschlusszeit: Vom Blitz nicht erreichter Hintergrund wird dunkler abgebildet.

Die Blitzleistung steuert die Reichweite bzw Helligkeit des Vordergrundes.
o Größere Blitzleistung: Die Reichweite nimmt zu. Objekte im Vordergrund werden heller abgebildet.
o Kleinere Blitzleistung: Die Reichweite nimmt ab. Objekte im Vordergrund werden dunkler abgebildet.

Die Blende steuert sowohl die Reichweite als auch den Einfluss des Umgebungslichts.
o Größere Blende: Vom Blitz nicht erreichter Hintergrund wird heller abgebildet. Die Blitzreichweite nimmt zu.
o Kleinere Blende: Vom Blitz nicht erreichter Hintergrund wird dunkler abgebildet. Die Blitzreichweite nimmt ab.

Durch Blitzen mit langer Verschlusszeit entsteht bei bewegten Motiven zusätzlich zu dem, durch den Blitz eingefrorenen scharfen Kernbild, ein überlagertes Bild mit Bewegungswischern. Um dieses Gleichgewicht zwischen vorhandenem Licht und Blitzlicht zu schaffen, besitzen die meisten modernen Kameras eine Langzeit-Blitzautomatik. Symbolisiert wird diese Funktion durch das Kürzel "Slow" neben dem Blitzzeichen oder ein Piktogramm, z.B eine Person unter Sternenhimmel.

Arbeiten mit Blitzlicht

Im nächsten Beitrag geht es um das Synchronisieren des Blitzes auf den zweiten Verschlußvorhang.

Stromversorgung und Nachladezeit

Ein Blitz benötigt innerhalb kürzester Zeit hohe Leistung. Diese kann jedoch nicht direkt der Batterie entnommen werden, dieses ist nur mit Hilfe von Kondensatoren möglich. Deshalb wird die Blitzenergie in den Blitzkondensatoren gespeichert, denn dort steht sie unmittelbar zur Verfügung und kann auch in der benötigten Geschwindigkeit entnommen werden. Die Blitzleistung wird maßgeblich durch die Kapazität dieser Kondensatoren bestimmt.
Hast Du den Blitz ausgelöst, muss die abgegebene Energie natürlich, möglichst schnell, nachgeladen werden. Die Ladedauer hängt unter anderem von der Leistung und Art der Stromversorgung ab. Können die verwendeten Batterien oder Akkus nur kleine Ströme abgeben, so dauert der Ladevorgang einfach länger.
In Datenblättern wird die Nachladezeit (meist) spezifiziert. Diese wird natürlich kürzer, wenn beim vorherigen Blitz nur kleine Leistung abgegeben wurde und nicht so viel Ladung wieder in die Kondensatoren hinein gebracht werden muss. Die Nachladezeit und die maximale Anzahl der Blitze pro Batterie/Akkusatz hängen hauptsächlich von der Art der Stromversorgung ab.
 

Zink-Kohle-Batterien (Trockenzellen)

sind für Blitzgeräte völlig ungeeignet. Ihre Leistung ist zu gering, es ergeben sich lange Ladezeiten, sie können auslaufen und das Gerät beschädigen.

Alkali-Mangan-Batterien

haben mehr Kapazität als Zink-Kohl-Batterien und eine längere Lebensdauer, ihre Leistung ist allerdings stark temperaturabhängig! Es empfiehlt sich daher, Batterien dieses Typs nicht unter 0C° einzusetzen oder bei Betrieb unterhalb dieser Temperatur die Batterien bis kurz vor dem Gebrauch an einem warmen Ort aufzubewahren, etwa in der Hosentasche und diese für eine weitere, spätere Nutzung, dorthin wieder zurück zu stecken..

Lithiumbatterien

sind gut geeignet für Blitzgeräte – allerdings sind sie teuer und werden deshalb sicherlich nicht in großen Mengen verbraucht werden. Sie sind im Gegensatz zu konventionellen Batterien auch bei tiefen Temperaturen noch leistungsfähig und haben ihre Berechtigung wenn's kalt wird (

NiCd-Akkumulatoren (Nickel-Cadmium)

können kurzfristig eine große Leistung abgeben und erreichen deshalb kurze Ladezeiten im Blitzgerät. Sie sind ebenfalls geeignet für den Einsatz bei tiefen Temperaturen, denn ihre Leistung lässt nur geringfügig nach.
Damit NiCd-Akkus lange halten, ein paar Hinweise:
    • Akkus sollten generell rechtzeitig gewechselt werden. Wenn NiCd-Akkus nach voller Blitzleistung länger als 15 Sekunden zum Nachladen des Blitzgerätes benötigen, sollten sie sofort geladen werden. Falls Du sie dann noch weiter benutzt kann es zu einer Tiefentladung führen, welche den Akku zerstörten kann.
    • Akkus sollten immer gemeinsam genutzt, das heißt als Satz behandelt und gemeinsam genutzt und geladen werden. Idealerweise solltest Du sie als Satz kennzeichnen.
    • NiCd-Akkus sollten nur im leeren Zustand geladen werden – Du solltest Dir also ein entsprechendes Ladegerät besorgen, welches die Akkus vorher entläd, bevor es sie wieder auflädt.
    • Sie sind möglichst alle ein viertel oder halbe Jahr mindestens einmal zu gebrauchen und dann wieder zu laden.
 

NiMH-Akkumulatoren  (Nickel-Metallhydit)

Für NiMH-Akkus gilt grundsätzlich das Gleiche wie für NiCd-Akkus, außer das sie auch im nicht entleerten Zustand aufgeladen werden dürfen - der Memoryeffekt ist bei diesen Typen bedeutend weniger ausgeprägt als bei NiCd-Akkus. Memoryeffekt bedeutet, dass der Akku nur die Strommenge abgibt, welche ihm beim letzten Ladevorgang zugeführt wurde.
Wird ein nahezu voller Akku geladen, wird nur eine kleine Ladung geladen - ebenso klein wird die verfügbare Kapazität sein, er ist bereits nach kürzestem Gebrauch wieder "leer").
 

Externe Stromversorgungen

zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht im Blitz eingebaut sind, es können deshalb größere Batterien verwendet werden,. Dieses bedeutet mehr Leistung, schnellere Nachladezeiten und längere Einsatzzeit. Es können größere Ströme abgeben werden, die kürzere Nachladezeiten erlauben, welche meist nur vom Hochspannungsteil begrenzt werden, welches die Kondensatoren im Blitz lädt.
Es sind externe Stromversorgungen erhältlich, welche dem Blitzgerät direkt die Hochspannung zur Verfügung stellen und deshalb kürzeste Nachladezeiten erzielen. Limitierender Faktor beim Blitzen ist dann bloß noch die Blitzröhre selbst, wird sie gezwungen unmittelbar nacheinander mehrfach maximale Blitzleistung abgegeben, kann sie verglühen - oder aber das Blitzgerät selbst schmelzen. Wer externe Stromversorgungen verwendet, sollte deshalb ganz genau wissen was er tut.
Was Du so alles mit einem Blitz anstellen kannst - Arbeiten mit dem Blitz.

Leuchtwinkel und Reflektorstellung

Ein Blitz sollte das Bildfeld möglichst gleichmäßig ausleuchten. Dabei sollte jedem klar sein, das bei gleichbleibender Entfernung das Bildfeld eines Teleobjektives kleiner ist, als das eines Weitwinkelobjektivs. Wenn nun Dein Blitz bei jeder Aufnahme das volle Bildfeld des Weitwinkels ausleuchtet, wird bei Verwendung eines Teleobjektivs eine zu große Fläche ausgeleuchtet, wertvolle Blitzenergie geht ungenutzt verloren. Blitzlicht mit einem engeren Winkel erzielt eine größere Reichweite.
Wenn der Blitz einen schmaleren Bildwinkel eines Teleobjektivs ausleuchtet und an der Kamera befindet sich ein Weitwinkelobjektiv, bleiben die Ränder des Bildausschnitts zu dunkel, weil diese außerhalb der beleuchteten Fläche liegen.
 
Aus diesem Grund haben einfache oder ältere Geräte eine Weitwinkelstreuscheibe und modernere Blitze einen verstellbaren Reflektor. Dieser lässt sich an die Brennweite des Objektivs anpassen. Dieses kann von Hand geschehen, z.B. indem Du den Kopf des Blitzes entsprechend der am Objektiv eingestellten Brennweite herausziehst oder wieder hereinschiebst. Das kann aber auch automatisch mit Hilfe eines Motors im Blitz geschehen. Die Kamera übertragt über den Blitzanschluss die am Objektiv eingestellte Entfernung und der Motor im Blitz verstellt entsprechend den Reflektor. Die Leistung kann auf diese Weise optimal angepasst werden. Es lassen sich für engere Bildwinkel (längere Brennweiten) deutlich höhere Blitzreichweiten erzielen. Für spezielle Effekte kann es trotz automatischer Einstellung auf jeden Fall sinnvoll sein, wenn sich der Leuchtwinkel auch manuell einstellen lässt. Etwa um einzelne Personen oder Motivteile im Bild stärker zu beleuchten und auf diese Weise hervorzuheben. Du kannst aber auch durch Einstellen einer kurzeren "Brennweite" am Blitz  als der am Objektiv verwendeten, die Reichweite reduzieren und so unter Umständen ein ungewolltes Beleuchten und damit betonen der Hintergrundes verhindern. 
Für manche Blitze (z.B. Metz Stabblitz 45 und 60) gibt es spezielle Teleaufsätze um mit langen Telebrennweiten arbeiten zu können, diese Verdoppeln die LZ nahezu.

Hier mal kurz ein Negativbeispiel: Ich habe mich gewundert warum manche Bilder so seltsam wirken. Laut Exifs war die Kamera eine Panasonic DMC-FZ 30.
Ich habe lange gebraucht um herauszufinden was es eigentlich ist, was mich stört. 
In vielen geblitzten Bildern findet sich am unteren Bildrand ein runder Schatten, so wie hier in diesem Bild zu erkennen. Offenbar ist hier der Weitwinkelbereich der Kamera so groß, das Bildteile vom Blitz nicht erreicht werden, weil hier das Objektiv oder aber die Streulichtblende im Weg ist. Anders kann ich mir den runden Schatten nicht erklären, besonders da es nach den Exif-Daten ausschließlich mit Weitwinkelbrennweiten auftaucht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Fotograf jedes Mal seine Finger vor dem Blitz hatte - ich war es übrigens nicht.
Tipps und Beispiele:
      • Bei indirektem Blitzen, zum Beispiel über die Decke des Raumes oder eine Seitenwand, ist es sinnvoll, am Blitzgerät eine kürzere Brennweite einzustellen. Wer auf Nummer sicher gehen will, fährt den Reflektor um zwei Brennweiten zurück. Bei der Ermittlung der Reichweite allerdings die verlängerte Laufweite des Blitzlichtes beachten! Hier musst Du den Weg vom Blitz zur Decke/Reflektionsfläche und dann erst zum Motiv ermitteln. Ein Test vor der eigentlichen Aufnahme, ob die Belleuchtung ausreichend ist erscheint sinnvoll!
      • Eine gleichmäßige Ausleuchtung der Motivfläche hat meist ihre Grenzen. Gerade für Repros oder das Fotografieren von Gemälden ist eine gleichmäßige Ausleuchtung zwingend notwendig. Durch Vergrößern des Leuchtwinkels über den benötigten Wert hinaus, kannst Du meist eine bessere Ausleuchtung erreichen, allerdings auf Kosten der Reichweite!
      • Wirkungsvoll ist die Brennweitenvorgabe am Blitz zur Aufhellung, wenn sich ein Motiv nur in einem Teil des Vordergrundes einer Landschaft befindet, die mit einem Weitwinkelobjektiv fotografiert wird.
      • Bei gegebener X-Synchronzeit kann mit engerer Reflektorstellung stärker abgeblendet werden, natürlich nur, wenn der Leuchtwinkel noch ausreicht das gesamte Motiv auszuleuchten.
      • Für Makroaufnahmen aus unmittelbarer Nähe kann ebenfalls der Leuchtwinkel vergrößert werden. Durch die abnehmende Intensität des Blitzlichtes wird die Leuchtdauer des Blitzgerätes erhöht, dadurch können unter Umständen Kurzzeiteffekte des Films vermieden werden. Diese zeigen sich durch Empfindlichkeitsverlust und Farbkippen und treten bei sehr kurzer Belichtung auf (siehe auch Schwarzschildeffekt). Für digitale Bildsensoren gibt es diese "Probleme " nicht.
      • Eine generelle Weitwinkeleinstellung am Blitzgerät verbraucht unnötig Energie für Bildbereiche, in denen sowieso nichts aufzuhellen ist, diese fehlt dann an anderer Stelle, um mit dem Blitz gegen die Sonne anzukommen.
Wo wir gerade bei der Energie ankommen. Diese braucht Dein Blitz natürlich auch, deshalb folgt jetzt: Stromversorgung und Nachladezeiten!

Steuerung des Blitzes

Computerblitzgeräte

Einige Elektronenblitzgeräte haben eine Messzelle an der Vorderseite, welche den Blitz abschaltet, wenn ausreichend Licht abgestrahlt wurde, um ein Motiv in der eingestellten Entfernung zu beleuchten. Bei diesen Geräten musst Du die Filmempfindlichkeit und die Blende einzustellen. Eine Anzeige oder Skala gibt in diesem Fall an, bis zu welcher Entfernung der Blitz das Objekt noch ausleuchten kann.
Wenn Du anhand der Werte feststellst, dass Deine Motivebene innerhalb der Reichweite liegt, kannst Du "erfolgreich" fotografieren.
Bei manchen Geräten kannst Du zusätzlich noch die Entfernung zur Motivebene einstellen, so dass die Lichtmenge bei kürzeren Entfernungen angepasst wird. Registriert die Messzelle dass für die gewählten Einstellungen genügend Licht abgegeben wurde, wird der Blitz abgeregelt und über ein LED angezeigt, dass ausreichend beleuchtet wurde.

TTL-Blitzmessung

Bei der TTL-Blitzmessung wird meistens, das während der Aufnahme von der Filmoberfläche/Sensoroberfläche reflektierte Blitzlicht durch eine Fotozelle in der Kamera registriert und entsprechend die Blitzdauer gesteuert. Dies hat gegenüber dem Computerblitz große Vorteile.
Die TTL-Blitzmessung erfolgt erst während des eigentlichen Belichtungsvorgangs. Man sollte deshalb eigentlich für alle Filme standardisierte Reflexionseigenschaften erwarten (falls es so etwas gibt). Offensichtlich funktioniert es auch ohne - trotzdem: ziehe bei völlig unerwarteten und unerklärlichen Resultaten (oder bei exotischen Filmen) auch einmal diesen Aspekt in Betracht. Bei digitalen Kameras ist davon auszugehen, dass die Reflektion des Sensors bekannt und auch konstant ist.
 
Um das Verfahren noch weiter zu verfeinern senden viele Kameras vor der eigentlichen Belichtung schwache Messblitze aus. Das durch das Objektiv einfallende Licht wird von den noch geschlossenen Verschlusslamellen reflektiert.
Auf diese Weise steht der Kamera etwas mehr Zeit zur Verfügung, um die Messwerte auszuwerten. Außerdem ermöglicht dieses Verfahren dem Autofokus sich bei nur geringem Umgebungslicht auf das Motiv einzustellen. Erst wenn die benötigte Blitzleistung berechnet ist, wird der Verschluss geöffnet und der Hauptblitz genau dosiert gezündet. Eigentlich nicht schlecht - jedoch bewirkt diese Methode eine Verzögerung der Aufnahme!
Der richtige Moment für Schnappschüsse ist vielleicht schon vorbei, unbemerktes Fotografieren ist unmöglich, für Tierfotografie (jedenfalls für lebende)  ist dieses Verfahren deshalb unbrauchbar.
Es gibt jedoch noch eine weitere Größe mit der man den Blitz ebenfalls beeinflussen kann, über die Einstellung des Reflektors. Dieser beeinflusst den Leuchtwinkel und somit den Bereich, auf den sich die abgestrahlte Lichtmenge verteilt.
Joomla templates by a4joomla